Rechte der Kinder

Mobbing und Gewalt 0 Comments

Aus der aufgezeigten Mobbingproblematik ergeben sich rechtliche Grundsatzfragen und Pflichten für die Institution Schule und deren Lehrkräfte, die zur Schaffung eines Regelwerkes dienen können.

Als Bezugspunkt eines solchen Regelwerkes bzw. einer solchen Konvention kann die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte -Resolution 217 A (III) der Generalversammlung vom 10. Dezember 1948 – dienen.

 

(Quellen: http://www.un.org/Depts/german/grunddok/ar217a3.html , http://www.unhchr.ch/udhr/lang/ger.htm  et. al. )

In der Präambel heißt es dort:

„ Da die Anerkennung der angeborenen Würde und der gleichen und unveräußerlichen Rechte aller Mitglieder der Gemeinschaft der Menschen die Grundlage von Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden in der Welt bildet,
da die Nichtanerkennung und Verachtung der Menschenrechte zu Akten der Barbarei geführt haben, …..
da es notwendig ist, die Menschenrechte durch die Herrschaft des Rechtes zu schützen, ….
verkündet die Generalversammlung
diese Allgemeine Erklärung der Menschenrechte als das von allen Völkern und Nationen zu erreichende gemeinsame Ideal ….. stets gegenwärtig zu halten und sich zu bemühen, durch Unterricht und Erziehung die Achtung vor diesen Rechten und Freiheiten zu fördern und durch fortschreitende nationale und internationale Maßnahmen ….. zu gewährleisten.“

Artikel 1 stellt die Basis aller nachfolgenden Rechte dar:

Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen.

Und weiter heißt es in

Artikel 26 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (1948)

(1) Jeder Mensch hat Recht auf Bildung. […]
(2) Die Ausbildung soll die volle Entfaltung der menschlichen Persönlichkeit und die Stärkung der Achtung der Menschenrechte und Grundfreiheiten zum Ziele haben. Sie soll Verständnis, Duldsamkeit und Freundschaft zwischen allen Nationen und allen rassischen oder religiösen Gruppen fördern und die Tätigkeit der Vereinten Nationen zur Aufrechterhaltung des Friedens begünstigen.

 

Damit wird der Mensch als ein von Geburt an freies werthaftes und wertorientiertes Wesen gesehen, das eigenverantwortlich handeln (Vernunft), seine Handlungsweise überdenken (Gewissen) und seinen Leben selbstbestimmen kann.

 

Kinderrechtskonvention

Im Jahre 1989 verabschiedeten die Vereinten Nationen (UNO) eine Konvention über die Rechte des Kindes. In der Bundesrepublik Deutschland ist diese Konvention am 5. April 1992 mit der Hinterlegung der Ratifizierungsurkunde beim Generalsekretär der Vereinten Nationen in Kraft getreten.

In der Präambel der Kinderrechtskonvention vom 20. November 1989 steht u.a.:

Die Vertragsstaaten dieses Übereinkommens … ( haben vereinbart )

in der Erkenntnis, dass das Kind zur vollen und harmonischen Entfaltung seiner Persönlichkeit in einer Familie und umgeben von Glück, Liebe und Verständnis aufwachsen sollte,

in Erwägung, dass das Kind umfassend auf ein individuelles Leben in der Gesellschaft vorbereitet und im Geist der in der Charta der Vereinten Nationen verkündeten Ideale und insbesondere im Geiste des Friedens, der Würde, der Toleranz, der Freiheit, der Gleichheit und der Solidarität erzogen werden sollte, […]

eingedenk dessen, dass, wie in der Erklärung der Rechte des Kindes ausgeführt ist, „das Kind wegen seiner mangelnden körperlichen und geistigen Reife besonderen Schutzes und besonderer Fürsorge, insbesondere eines angemessenen rechtlichen Schutzes vor und nach der Geburt bedarf“,

haben folgendes vereinbart:

Teil I, Artikel 28 [Recht auf Bildung; Schule; Berufsausbildung]:

(2) Die Vertragsstaaten treffen alle geeigneten Maßnahmen, um sicherzustellen, dass die Disziplin in den Schulen in einer Weise gewahrt wird, die der Menschenwürde des Kindes entspricht und im Einklang mit diesem Übereinkommen steht.

Teil I, Artikel 29 [Bildungsziele; Bildungseinrichtungen]:

Die Vertragsstaaten stimmen darin überein, dass die Bildung des Kindes darauf gerichtet sein muss,

a) die Persönlichkeit, die Begabung und die geistigen und körperli-chen Fähigkeiten des Kindes voll zur Entfaltung zu bringen;
b) dem Kind Achtung vor den Menschenrechten und Grundfreiheiten und den in der Charta der Vereinten Nationen verankerten Grundsätzen zu vermitteln;
c) dem Kind Achtung vor seinen Eltern, seiner kulturellen Identität, seiner Sprache und seinen kulturellen Werten, den nationalen Werten des Landes, in dem es lebt, und gegebenenfalls des Landes, aus dem es stammt, sowie vor anderen Kulturen als der eigenen zu vermitteln;
d) das Kind auf ein verantwortungsbewusstes Leben in einer freien Gesellschaft im Geist der Verständigung, des Friedens, der Tole-ranz, der Gleichberechtigung der Geschlechter und der Freund-schaft zwischen allen Völkern und ethnischen, nationalen und religiösen Gruppen sowie zu Ureinwohnern vorzubereiten;

Artikel 31 [Beteiligung an Freizeit, kulturellem und künstlerischem Leben; staatliche Förderung]:

a) Die Vertragsstaaten erkennen das Recht des Kindes auf Ruhe und Freizeit an, auf Spiel und altersgemäße aktive Erholung sowie auf freie Teilnahme am kulturellen und künstlerischen Leben.
b) Die Vertragsstaaten achten und fördern das Recht des Kindes auf volle Beteiligung am kulturellen und künstlerischen Leben und för-dern die Bereitstellung geeigneter und gleicher Möglichkeiten für die kulturelle und künstlerische Betätigung sowie für aktive Erholung und Freizeitbeschäftigung.

( Quelle: http://www.aufenthaltstitel.de/unkinderrechtskonvention.html#2  und zum Download als PDF http://www.unicef.de/fileadmin/content_media/projekte/themen/PDF/UN-Kinderrechtskonvention.pdf

Ziel der Verordnung ist es, dem Kind ein „verantwortungsbewusstes Leben in einer freien Gesellschaft“ zu ermöglichen. Für eine Entwicklung seiner Persönlichkeit, die keinem vorgegebenen Zweck folgt, genießt es einen Schonraum. Das funktioniert nur dann, wenn die Entwicklung seiner Persönlichkeit auch gefördert wird. Die Umsetzung haben die Staaten über ihre Institutionen – z.B. Schulen – durchzuführen, denn die Kinder haben einen Anspruch auf grundlegende Berücksichtigung dieser Prinzipien.