Mobbingfolgen

Mobbing und Gewalt 0 Comments

Zunächst treten Konzentrations- und Gedächtnisstörungen auf. Bereits nach kurzer Mobbingwirkdauer zeigen sich Gedankenautomatismen, und das Denken kreist ständig um die in der Schule erlittenen Quälereien. Daraus ergeben sich Identitäts- und Selbstwertkrisen, neurotische Störungen, Erschöpfungs- und Versagenszustände. Der Betroffene leidet an Versagensängsten und Depressionen und schreibt deswegen dann schlechte Zensuren. Bei besonders erfolgreichem Mobbing kommt es sogar zu Selbstmord.

Selbst der Volksmund kennt passende Ausdrücke für diesen Zustand: Für die dann häufig auftretenden Symptome gibt es in der Umgangssprache eine ganze Reihe von Umschreibungen So wird jemand, dem man seinen Stress deutlich ansieht beispielsweise gefragt: „Ist dir eine Laus über die Leber gelaufen?“

(Quelle: Corazza, DaimleEst u.a.; Kursbuch Gesundheit, Köln, 1990)
Der Volksmund weiß, wie Organe „sprechen“. Jemand die Stirn bieten;
Die Galle läuft über;
Viel um die Ohren haben;
Im Magen liegen;
An die Nieren gehen;
Nicht zu Potte kommen;
Weiche Knie bekommen;
Gänsehaut bekommen;
Unter die Haut gehen;
Sich gelb und grün ärgern;
Rückgrat zeigen;
Die Luft bleibt weg;
Herzzerreißend;
Die Nase voll haben;
Die Stimme verschlägt;

Für die von Mobbing-Stress Betroffenen ist es wichtig, dass frühzeitig der Zusammenhang zwischen den Schikanen am Arbeitsplatz und den gesundheitlichen Beschwerden erkannt wird. Sonst behandelt der Arzt nur die Symptome der Erkrankungen, während die Ursachen weiterhin ihre schädliche Wirkung ausüben. Möglicherweise lange unbemerkt, kommt es dann zu weiteren gesundheitlichen Störungen und Beschwerden, die bei den Betroffenen schon in der Frühphase des Mobbing auftreten:

– Schlafstörungen
– Migräne und Spannungskopfschmerzen
– Schweißausbrüche
– Kreislaufprobleme
– Herzbeschwerden
– Magen- und Gallenbeschwerden
– Ohrensausen (Tinnitus)
– Erschöpfungszustände
– allgemeine Störungen des vegetativen Nervensystems

Professor Leymann stellte bei seinen Untersuchungen folgende Symptome bei den Betroffenen am häufigsten fest:

Kopfschmerzen 51 %
Rückenschmerzen 44 %
Einschlafstörungen 41 %
depressiv 41 %
schnell reizbar 41 %
Nackenschmerzen 36 %
Konzentrationsmängel 35 %
Versagensangst 32 %
unterbrochener Schlaf 32 %

Experten schätzen, dass etwa 20 % der Selbstmordfälle in Deutschland, also 30.000 jährlich, durch Mobbing am Arbeitsplatz ausgelöst werden.

Bei den psychosomatischen Krankheitsbildern dominieren Schlafstörungen, Bluthochdruck, Herzschmerzen, Magen- und Darmentzündungen und -geschwüre, Muskelverspannung. Aber auch Allergien, erhöhte Infektionsanfälligkeit und die Entstehung bösartiger Tumore können durch Mobbing ausgelöst werden. Viele Institutionen, wie Gewerkschaften, Krankenkassen und Psychotherapeuten, stehen dem Problem „Mobbing“ noch ratlos gegenüber.

Die Wirtschaft: Nach Angaben der DAG verliert die deutsche Wirtschaft 50 Milliarden EUR pro Jahr.