Was ist Mobbing ?

Konrad Lorenz bezeichnete als Mobbing das aggressive Verhalten von mehreren Gruppenmitgliedern gegen ein einzelnes Tier, um dieses zu vertreiben.( Siehe: Konrad Lorenz, Das sogenannte Böse: Zur Naturgeschichte der Aggression, DTV (Januar 1998)) Der schwedische Arzt Peter-Paul Heinemann, von Lorenz beeinflusst, untersuchte Gewalt bei Kindern an Schulen (Gymnasien) und bezeichnete die kindliche Gruppengewalt gegen Kinder als Mobbing (s. Leymann 1995, S. 14).

Und Olweus setzte untersuchend und klärend diese skandinavische Tradition weiter fort und entwickelte für den Schulbereich ein Anti-Mobbing-Programm. Heute wird das Mobbing-Phänomen unter verschiedenen Aspekten untersucht. Von den skandinavischen Ländern (unter anderem von Leymann im Arbeitsbereich, Olweus im Schulbereich) wurde der Begriff vor allem Anfang der 90er Jahre nachhaltig in die deutsche Diskussion eingebracht.

Wir folgen zunächst der grundlegenden Definition von Leymann, die er für den Arbeitsbereich entwickelt hat, und verbinden sie mit Aspekten des Ansatzes von Olweus. Wir haben sie in folgender Weise auf den schulischen Bereich übertragen:

Unter Mobbing wird eine konfliktbelastete Kommunikation in der Klasse/im Kurs, also unter Mitgliedern der Lerngruppe, oder zwischen Lehrperson(en) und Schülern/innen verstanden, bei der die angegriffene Person unterlegen ist und von einer oder mehreren Personen systematisch, oft und während längerer Zeit mit dem Ziel und/oder dem Effekt der Ausgrenzung aus der Lerngruppe direkt oder indirekt angegriffen wird und dies als Diskriminierung empfindet. Dabei sind die Angriffe in verletzender Weise intendiert und können sich gegen einzelne, aber auch gegen eine Gruppe richten und von einzelnen oder von einer Gruppe ausgehen.

Definition:

  • Mobbing bedeutet Anpöbeln, Fertigmachen (mob = Pöbel, mobbish = pöbelhaft).
  • Mobbing sind Handlungen negativer Art, die durch eine oder mehrere Personen gegen eine Mitschülerin oder einen Mitschüler gerichtet sind und über einen längeren Zeitraum vorkommen.
  • Mobbing erfordert, dass zwischen dem Opfer und dem Täter (oder der Gruppe von Tätern) ein Ungleichgewicht der Kräfte herrscht, das sich auf körperliche oder psychische Stärke beziehen kann.

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